#152 Der lange Fahrradmarsch. Mit dem Rad durch China
Shownotes
In dieser Folge nehme ich euch mit auf eine Reise voller Humor, Geschichte und Abenteuer: Christian Y. Schmidt, legendärer Satiriker und Autor, ist zu Gast und erzählt von seinem Buch "Der lange Fahrradmarsch". Gemeinsam sprechen wir über die wilden Anfänge bei Titanic, den unterschätzten Otto Braun und darüber, wie man mit Mitte sechzig und ohne Rad-Erfahrung 7.000 Kilometer durch China fährt. Wir tauchen tief in die chinesische Erinnerungskultur ein, diskutieren Recherche, Schreibprozesse und die Herausforderungen, als Duo ein Buch zu schreiben. Persönliche Anekdoten, überraschende Wendungen und ehrliche Einblicke in das Leben und Schreiben – diese Episode ist mehr als ein Reisebericht. Schaltet ein und begleitet uns auf diesem literarischen Abenteuer zwischen Ost und West.
Hier der Link zum Buch: https://www.ullstein.de/werke/der-lange-fahrrad-marsch/paperback/9783864931376
„Wir nennen es Arbeit“ findet Ihr hier:
http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20060928113212
Hier der Link zu Otto Braun auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Braun_(Parteifunktion%C3%A4r)
„Allein unter 1,3 Milliarden“: https://www.kahl-verlag.de/buecher/reisebelletristik/allein-unter-13-milliarden
„Der letzte Huelsenbeck“: https://www.rowohlt.de/buch/christian-y-schmidt-der-letzte-huelsenbeck-9783644100442
Titanic (Satiremagazin)
https://www.titanic-magazin.de/
Christian Y. Schmidt
Transkript anzeigen
00:00:01: Meilen und Zeilen,
00:00:02: abenteuer Literatur mit Tim Kuse über Geschichten die raus wollen und Bücher die mit uns
00:00:09: auf Reisen gehen.
00:00:11: Wenn ich mich recht erinnere, erschien die Titanic am letzten Samstag im Monat damals und kostete Anfang der Neunziger fünf Mark.
00:00:19: Es war für uns Studenten das Highlight des Monats.
00:00:21: wir lagen meist kiffend in unserer WG Und lasen uns gegenseitig daraus vor.
00:00:25: da gab es diesen Typen Christian Y. Schmidt Der so wahnsinnig lustige Geschichten schrieb dass wir von Lachkrämpfen nicht mehr atmen konnten.
00:00:33: und heute ist dieser Christian Y Schmitt am Mikro bei Meilen und Zeilen.
00:00:36: Christian herzlich willkommen!
00:00:37: Ist mir echt eine Ehre dich dabei zu haben.
00:00:40: Ja mich auch.
00:00:41: Wir haben damals Artikel gelesen, wir wissen nicht ob die jetzt von dir waren oder von den anderen Wahnsinnigen mittlerweile sehr ja auch berühmten Kolleginnen und Kollegen von dir.
00:00:54: einer war Abschied von Wim Tolkien anderer war zum Beispiel zurücker in die Zukunft.
00:00:57: und so was es war alles so intelligent und schlau.
00:01:01: wie bist du damals in die Titanic gerutscht?
00:01:03: bevor wir gleich über dein Buch reden über das wir heute sprechen wollen?
00:01:08: Das war eine längere Geschichte.
00:01:11: Ich habe zusammen mit Hans Zippert, Fritz Tietz und anderen in Bielefeld das legendäre Dreckmagazin gemacht.
00:01:22: Kennt das natürlich auch noch?
00:01:24: Ja, okay.
00:01:25: Dann weißt du tatsächlich die Schwisse natürlich sonst nicht viele aber aus der Spanien wirst du es natürlich kennen.
00:01:31: Lippa erst recht an.
00:01:32: Ja genau, ihr seid ja Lippas und über das Dreck Magazin sind wir in Kontakt mit der Titanic gekommen.
00:01:44: ganz konkret ging das los, nachdem ich Eckart Henscheid interviewt habe.
00:01:53: Nach einer Lesung im Bielefelder Ulmenwald.
00:01:56: Dazu hatte ich mir ein Kassettenrekorder geliehen so einen Walkman wie es die damals gerade gab.
00:02:09: von einem Freund hab das Interview aufgenommen.
00:02:12: tolles Interview anderthalb Stunden und dann festgestellt, dass ich nur auf Play gedrückt hatte und nicht auf Play und Record.
00:02:22: Dann habe ich versucht zusammen mit Harald Lippert dieses Interview zu rekonstruieren.
00:02:31: HaraldLippert hat dann diese Rekonstruktionsversuche aufgeschrieben.
00:02:39: Ich habe mich eigentlich nur dauernd beschimpft für meine Dämlichkeit.
00:02:43: Das wurde dann im Dreckmagazin gedruckt an Titanic geschickt und Eckhard Henscheid hat darauf sehr freundlich reagiert, meinte das eher viel lustiger als das Originalinterview gewesen und so war der Kontakt hergestellt.
00:02:57: Dann haben wir wie man das so macht, als freie Mitarbeiter für die Titanic gearbeitet, Beiträge Mitte der Achtziger geliefert wurden wir gefragt, ob wir nicht Redakteure werden wollten.
00:03:12: Also man musste natürlich... Warnet
00:03:13: was für ein Traum?
00:03:14: Ja erst waren wir mit Harajat machen und ja es wurde ganz viel Geld geboten und auf das sind wir dann eben halt eingestiegen.
00:03:24: Reingefallen!
00:03:25: Ja
00:03:25: mehr da weniger.
00:03:27: Ihr wart wirklich die Spitze des Lustigen in Deutschland.
00:03:32: Es war wirklich für uns wenn die Titanic raus kam Das war's.
00:03:36: Es war klar, wir müssen die jetzt kaufen haben uns hingesetzt relativ viel gekifft damals und das gelesen und wirklich es war ja Wahnsinn auch wie intelligent ihr wart.
00:03:47: Da hat sich eine Bande gefunden an hochintelligenten Typen.
00:03:51: Das siehst du vielleicht anders weil ich weiß dass intelligente Menschen immer denken Sie sind nicht Intelligenz.
00:03:55: aber jetzt hast Du mittlerweile auch die zentrale Intelligenzargentur erzählt?
00:03:59: Ja erst mal...das ist natürlich schlimm was Du da erzählst.
00:04:06: Ich würde sagen, wahrscheinlich sind wir damals intelligent gewesen.
00:04:11: Das hat dann aber natürlich über die Zeit nachgelassen und wenn du erzählst dass als Student so begeistert war ist das natürlich eine Erinnerung an mich, wie alt ich jetzt schon bin.
00:04:25: Ja,
00:04:26: ich auch!
00:04:27: Eben nein du kannst nicht so alt sein, weil du hast ja mich gelesen...
00:04:30: Ich habe es natürlich gelesen dass du dann doch nochmal irgendwie
00:04:33: zwölf
00:04:34: Jahre älter bist.
00:04:35: Während deiner Studienzeit eher das immer erschreckend zu hören.
00:04:44: Zentrale Intelligenzagentur kamen später in Berlin Auch ein Fake-Job, der die zentrale Intelligenzagentur wurde von Holm-Friebe gegründet.
00:05:00: Dann mit Katrin Passig zusammen, Wolfgang Herndorfer auch involviert Anfang der Nullerjahre und damals kannte sie noch keiner und sie wollten irgendwie jemanden dabei haben der schon ein bisschen bekannter war und dann wurde ich praktisch als Seniorkonsultant eingestellt.
00:05:24: Und inzwischen haben die mich eigentlich alle an Berühmtheit übertroffen.
00:05:30: Ron Frieber hat ja mit Sascha Lobo das Buch geschrieben, wir nennen es Arbeit.
00:05:36: Katrin Passig hat dem Bachmann-Preis gewonnen.
00:05:40: Eigentlich brauchen sie mich jetzt gar nicht mehr!
00:05:43: Ja, jetzt stehst du da und bist trotzdem bekannt und berühmt also zumindest in gewissen Kreisen und ich finde das hast du dir total verdient.
00:05:50: Und wirklich bin bis heute dankbar für dich die Tarnik und für die Sachen die ihr geschrieben habt.
00:05:54: wenn ich daran zurück denke dass erfüllt mich mit so viel Freude.
00:05:57: gleich war natürlich auch dann irgendwie Anfang zwanzig und unglaublich und auch wie Natürlich alle sich dann weiterentwickelt haben.
00:06:04: und du bist dann irgendwann nach China ausgewandert.
00:06:07: Hast lange gelebt und Reisen gemacht, warst da verheiratet und hast dann eben auch verschiedene Bücher geschrieben dazu also bis dann eben Auto geworden was natürlich der nächste Schritt ist nachdem man so ein Satire Magazin gemacht hat.
00:06:19: Und deshalb würde ich gerne mal wechseln jetzt auf das Buch dass Du geschrieben hast Der Lange Fahrradmarsch.
00:06:24: Es ist in meinen Augen viel mehr als ein Reisebericht So eine Geschichtsrecherche auf dem Sattel.
00:06:30: Es ist ein Blick hinter die Kulissen dieser chinesischen Erinnerungspolitik und vielleicht erzählst du uns erstmal von diesem historischen langen Marsch, den China damals gemacht hat und die verbinden damit so einen Gründungsmythos der chinesisch-kommunisten?
00:06:45: Ja also ein Grundungsmythaus der Volksrepublik China.
00:06:48: Die Kommunisten hatten sich natürlich schon vorher gegründet.
00:06:55: Die hatten zunächst mit den Nationalisten zusammengearbeitet, dann kam es zum Bruch zwischen den Nationalsten und den Kommunisten herbeigeführt von den Nationalesten muss man sagen.
00:07:08: Und die Kommunisten mussten sich praktisch aufs Land zurückziehen in unwirtsame und unzugängliche Gegenden.
00:07:18: Eine war der sogenannte Jiangxi-Serviet im Süden Chinas, im Territorium ungefähr so groß wie Belgien und die Nationalisten unter Chiang Kai-shek haben dieses Territorium belagert haben fünf versuche gestartet.
00:07:38: bei vier versuchen waren sie nicht erfolgreich.
00:07:40: der fünfte versuch wäre fast geglückt also dass ihr das territorium erobert hätten.
00:07:48: da haben dann allerdings die kommunisten beschlossen abzuhauen zu fliehen und haben sich auf Die Flucht begeben so mit ungefähr auf den langen Marsch.
00:08:01: Ja, das war eben halt am Anfang überhaupt noch nicht als langer Marsch konzipiert.
00:08:06: die sind mit ungefähr neunzigtausend Soldaten aufgebrochen erst mal weg dieser Bedrohung entgehen und wollten sich dann irgendwo anders wieder niederlassen.
00:08:18: Das hat dann allerdings gedauert.
00:08:20: Sie sind dann über ein Jahr durch China mehr oder weniger geirrt, immer verfolgt von den Nationalisten bis sie dann aufs tibetische Hochplattog gekommen sind.
00:08:35: da hatten sie die dann abgeschüttelt und von dort aus haben sie Ein Gebiet, in dem auch schon Kommunisten herrschten im Nordwesten Chinas ausgemacht.
00:08:55: Da sind sie dann hinmarschiert und haben sich dort niedergelassen während des ganzen Bürgerkriegs und auch während des Zweiten Weltkrieges.
00:09:04: Dann kam es noch mal zu einem Bündnis mit den Nationalisten gegen die Japaner.
00:09:10: Das ist eine ziemlich lange und komplizierte Geschichte, also die Entstehung der Volksrepublik China.
00:09:18: Das können wir jetzt hier auch alles nicht erörtern, das will ich auch nicht.
00:09:22: Das Interessante am langen Marsch ist glaube ich für uns Deutsche dass eben halt anders als viele Glauben damals Mao als dieser lange Marsch begann entmachtet war und diesen langen marsch nicht befohlen hat sondern Ein deutscher Kommunist, der einzige Mann an diesem langen Marsch beteiligt war.
00:09:51: Der einzige Ausländer, der in diesem langem Marsch verteiligte, war ein Deutschernamens Otto Braun.
00:09:58: und diese Geschichte hat mich interessiert und deswegen habe ich mich auf diesen Wahnsinn auch überhaupt nur eingelassen.
00:10:07: Das ist ja total spannend.
00:10:08: Also dieser Otto Braun ist im Grunde völlig vergessen und du schreibst das in den Buch ja auch, also so richtig hoffiert wird er in China jetzt nicht!
00:10:14: Es muss alles an Mao festgemacht werden Und ich finde es auch spannend dass ihr zum Beispiel rausgefunden habt.
00:10:18: Mao behauptet es waren irgendwie um die zwölf tausend Kilometer.
00:10:21: ihr seid dann gegangen und es war nur ein Anführungsstrichen an die sieben Tausend.
00:10:26: Also das heißt da wurde ganz viel Geschichtsklitterung gemacht und das zieht sich wie ein roter Faden durch das Buchen.
00:10:33: Das fand ich total spannend.
00:10:34: hast Du immer zwischen Geschichte erklären, aufklären.
00:10:38: Viel Recherche also unglaublich gute Recherchen auch und den Qualen im Sattel hin und her pendelt sonst bleibt man in diesem Buch auch so gut dran.
00:10:46: Ja das freut mich und ist natürlich auch aus zwei Perspektiven geschrieben.
00:10:52: überredet hat mich zu dem ganzen Abenteuer Volker Hering ein Radreiseveranstalter, der viele Radreisen in China organisiert.
00:11:03: Unter anderem kann man jetzt auch unseren langen Fahrradmarsch buchen bei Volker Hering.
00:11:11: Das haben schon ein paar gemacht und ich glaube Volker bietet die ersten zwei Monate Die ersten zwei Monate, die wir gefahren sind.
00:11:22: Insgesamt sind wir ja fast fünf Monate unterwegs gewesen.
00:11:26: Also praktisch in der ersten großen Abschnitt im ... ... im ... äh ... ... Jahr ... ... zwanzig acht geht es glaube ich los.
00:11:35: da haben sich also schon Leute angemeldet.
00:11:37: ist also definitiv so dass das angeboten wird.
00:11:41: Ja!
00:11:41: Das war natürlich eine Herausforderung mit jemandem, der praktisch pro Jahr Zehntausende von Kilometern mit dem Rad fährt, indem er mal professionell Touren anbietet.
00:11:54: Das mit dem zusammenzufahren.
00:11:57: deswegen haben wir das auch auf E-Bikes gemacht.
00:12:02: Darauf habe ich bestanden, Volker wollte erst nicht, der hat ja einen Ruf zu verlieren als Fahrradfahrer.
00:12:08: Aber
00:12:08: man muss ganz kurz einhaken.
00:12:10: also du warst da Mitte sechzig und hast noch nie eine große Radtour in deinem Leben gemacht?
00:12:14: Genau!
00:12:14: Es war die aller allereste Radtur im meinem Leben und das dann gleich... es waren knapp sieben tausend Kilometer genau waren es sechstausend siemonat einund dreißig Kilometer
00:12:28: Ganz kurz von Deutschland nach Neudeeli, um das mal einzuschätzen.
00:12:31: Ja
00:12:32: genau also eine ziemliche Strecke.
00:12:35: ich habe dann auch eben weil ich dachte okay in dem Alter ob ich das noch schaffe mich vor untersuchen lassen.
00:12:43: zum glück Also die kardiologische Untersuchung war dann okay.
00:12:49: Das war auch ein Problem noch, da gab es irgendwie ein auffälliges EKG.
00:12:54: Dann habe ich mich tatsächlich dazu durchgerogen das zu machen.
00:12:58: Ich hab aber auch damit gerechnet dass ich das eventuell nicht überleben würde.
00:13:05: Aufgrund meiner gesundheitlichen Schwierigkeiten habe ein ausführliches Testament vorher gemacht.
00:13:12: dass ich dann zu Hause deponiert haben für den Fall der Fälle, hat mir dann auch gedacht.
00:13:18: Ja gut irgendwann müssen wir alle sterben und vielleicht würde sich das auch nicht schlecht auf meinem Grabstein machen.
00:13:36: Verschollen.
00:13:37: Ja, das ...
00:13:41: Das ist eine super Einstellung dieses... Ich meine du hast so ein reiches Leben geführt und ich sag das von mir auch.
00:13:46: Ich denke auch wenn ich auf meinen Abenteuern dann jemand sterbe, ist natürlich doof, möchte ich nicht ne?
00:13:50: Aber wenn es passiert, ist es dann auch aller Ehrenwert.
00:13:53: Ist okay wir müssen eh sterben oder?
00:13:55: Ja das denk ich mir auch.
00:13:56: also das habe mich mehr zumindest da gedacht.
00:13:58: Ich bin natürlich froh dass ich's überlebt habe, ich bin froh Buch erschienen ist und ich bin froh, dass sich jetzt auf Lesereise gehen kann.
00:14:09: Und das Leuten erzählen kann!
00:14:11: Wenn es anders gekommen wäre... tja dann hätte ich eben mal Pech gehabt.
00:14:15: also ich habe das aber zumindest mit... Wir auch weil
00:14:18: wir hätten das Buch nicht gekriegt.
00:14:19: Ja das wäre schade für euch gewesen.
00:14:21: Ich hab's mit einkalkuliert und es waren auf dieser Tour auch einige Situationen Die lebensgefährlich waren allerdings nicht für mich, sondern für den erfahrenen Radfahrer Volker Hering.
00:14:35: Ja so eine Geschichte mit einem Sattelschlepper war das?
00:14:38: Es war ein Radlader und Radladder
00:14:40: genau.
00:14:41: Ein
00:14:41: Radlada der riesige Räder, ich glaube so fünf Meter Durchmesser und gerade die Reste eines Erdrutsches beseitigte auf der Straße und mit hohem Tempo zurück setzte.
00:14:57: Und Volker war einfach zu dicht dran, hat er nicht damit gerechnet dass der jetzt ganz schnell zurück setzt.
00:15:05: Ich sah ihn aus der Distanz von vielleicht fünfzig Metern schon unter diesen Rädern und das wäre es dann gewesen.
00:15:13: Ja ich sage immer auf solchen Touren man braucht keinen Glück, man darf nur kein Pech haben.
00:15:18: Das ist richtig!
00:15:20: Lastwagen sind überall Gefahr.
00:15:23: Ansonsten kann auch jederzeit, ich fahre zwar keine Radtouren aber viel Rad in Berlin...
00:15:32: Hast du doch kein Auto schreibst du?
00:15:34: Ich habe kein Auto nicht!
00:15:37: Lass uns mal über das Schreiben sprechen weil dieser Podcast der heißt ja Abenteuerpunkt Literatur im Untertitel und da ich selber schreibe weiß ich wie qualvoll es häufig ist, wie anstrengend es ist wie erfüllend es aber auch ist.
00:15:52: Wie schreibst du so ein Buch?
00:15:54: Also, du hast einen Notizblock dabei gehabt, oder im Handy glaub ich, hast du quasi einen Notisblock im Handy, hast dann da immer Stichworte reingeschrieben... Aber wie schreibste denn das Buch?
00:16:06: Fängst du vorne an!
00:16:09: Ja, in der Regel fange ich vorne an und ich habe natürlich ein Konzept und weiß was unbedingt rein soll.
00:16:18: Weiß auch dass das immer länger wird und dass man da aufpassen muss.
00:16:21: also die absoluten Höhepunkte müssen rein.
00:16:24: Da ist natürlich viel mehr passiert in den fünf Monaten.
00:16:27: In diesem Fall war es ein noch größeres Problem weil ich das eben halt, dass Buch nicht alleine geschrieben habe.
00:16:35: Sondern zusammen mit Volker Hering.
00:16:37: Und das nach der Tour und auch nicht ganz unkomplizierten Streitigkeiten... Ja?
00:16:41: ...und narkteiligen Unterschieden.
00:16:43: Also mit ihm als ewigem Optimisten was ja voll nervt und mit dir als ewige Pessimisten oder Worst Case-Szenario Menschen.
00:16:50: Was ja auch nerft!
00:16:51: Das heißt beide nerven und dann treffen die Beine aufeinander.
00:16:53: Nicht einfach.
00:16:56: Unser Tamperament allerdings ist ähnlich.
00:16:59: Das ist eben halt auch noch das Problem, also wir sind beide große Rechthaber und räumen ungern ein, dass wir unrecht haben und auch relativ aufbrausend... Sie sind vom chinesischen Sternzeichen Herr Affen, wer das kennt weiß, dass die sehr, sehr aufbrauisend emotional sein können und das hat dann oft dazu geführt, dass es gekracht hat zwischen uns.
00:17:33: Wobei das Schreiben eigentlich noch anstrengender war.
00:17:39: Wir hatten das Buch aufgeteilt also nach Abschnitten ich fang an und Volker du machst die Etappe von dort nach da und das war am Anfang nicht sehr kompatibel.
00:17:55: und dann gab es Schwierigkeiten auch mit dem Lektor, der erst mal ausgefallen war.
00:18:02: Der eigentlich ja die vermittelnde Instanz hätte sein sollen.
00:18:08: Das heißt
00:18:09: ausgefallen?
00:18:09: Also hat er aufgegeben?
00:18:11: Nein, nein!
00:18:11: Er hatte nicht aufgegeben.
00:18:12: Der war aus familiären Gründen für eine Zeit... einfach nicht vorhanden.
00:18:19: Dann ist Volker, der erlebt ja von seinen Touren war dann immer wieder unterwegs Monate lang während ich zu Hause saß und schreiben musste also ganz viele E-Mails hin und her gegangen die ich glaube vom Anfang her doppelt so viel
00:18:43: Zeichen
00:18:43: sind Wie das gesamte Buch.
00:18:47: Was immerhin irgendwie dreihundertsiebzig Seiten hat, nicht zu vergessen?
00:18:50: Genau.
00:18:51: und ich überlege wenn das Publikum sehr interessiert sein sollte dass ich eventuell noch so ein Materialienband mit sämtlichen E-Mails herausgebe Also
00:19:05: hinter den Szenen eines klawizierten Projekts.
00:19:09: Das wäre dann Ja, dann wüsste man tatsächlich alles.
00:19:13: Also mehr verrate ich zum Schreibprozess.
00:19:15: nicht nur es hat sich am Ende gelohnt diese Auseinandersetzung dass wir wirklich auch gerungen haben um die einzelnen Kapitel was rein soll Und das wird jetzt auch von den Lesern bestätigt.
00:19:31: Die sich daran freuen, dass die Konflikte, die wir hatten, drinnen geblieben sind und unter den Teppich gekähert haben.
00:19:43: Die sind ja teilweise ziemlich lustig, also die Auseinandersetzung zwischen Volker.
00:19:50: mal wünsche ich, dass er von der chinesischen Polizei verhaftet wird damit ich meine Ruhe habe.
00:19:56: Endlich los bist du!
00:19:59: Das wäre natürlich dann schwierig geworden für mich weiterzufahren aber es ist nicht passiert und das wäre noch ein größeres Abenteuer gewesen.
00:20:13: Auf jeden Fall.
00:20:14: Wie seid
00:20:14: ihr jetzt miteinander?
00:20:17: Wir kommen gut miteinander aus.
00:20:18: Wir machen Lesungen zusammen und wir machen Lesung getrennt, was zum größten daran liegt, dass Volker eben halt weiterhin Reisen anbietet und nicht immer greifbar ist als Vorleser für die Lesung.
00:20:38: aber auch die, die wir zusammenmachen funktionieren gut.
00:20:44: Wir flexen dann ein bisschen auch eben halt über unsere Konflikte.
00:20:48: Wir erzählen das da und machen uns so ein bisschen übereinander lustig oder auch über uns selbst.
00:20:55: Hast du als Christian Y. Schmidt, der ja nun einen gewissen Ruf hat, hast du das Problem dass du dann wenn du zum Beispiel auf Lesungen bist oder Leute triffst oder so?
00:21:03: Dass die von dir erwarten, dass du immer lustig sein musst was man ja nicht sein kann.
00:21:07: Gibt es so einen Erwartungsdruck den würdig ausgesetzt fühlst?
00:21:12: Das war vielleicht früher so.
00:21:15: Ich habe ja in der Zwischenzeit einiges andere geschrieben, also ich hab den letzten Hülsen weggeschrieben, einfach Roman.
00:21:22: So eine Mischung aus Mystery Thriller und Coming of Age ist... Und damit habe ich natürlich auch einige leute enttäuscht die lustige sachen von mir erwarten.
00:21:39: da sind lustige passagen drin es ist eben halt aber nicht nur lustig.
00:21:42: ich habe gerade gerade auf dem klassen treffen fünfzig jahre abitur also so alt bin ich Und da hat mir dann ein alter Klassenkamerad gesagt, ich hab das Buch angefangen.
00:21:57: Bin aber gescheitert irgendwo in der Mitte weil ... Das war ja überhaupt gar nicht lustig und ... Danke
00:22:06: fürs Feedback.
00:22:08: Ja, es war schon später wo die Leute was getrunken haben.
00:22:14: sich trauen solche Sachen zu sagen ist aber auch gut.
00:22:18: Weil eben halt nur lustig, finde ich auf die Dauer auch nervig.
00:22:24: Ja voll!
00:22:26: Total geht ja gar nicht.
00:22:27: Also ist ja komplett aufgesetzt.
00:22:29: was wäre das für ein Leben?
00:22:31: Genau genau und eben halt.
00:22:33: es gibt Lustig auch im langen Fahrrad.
00:22:35: Es gibt lustige Passagen aber es geht natürlich auch eben mal um Geschichte Und ich versuche dass alles unterhaltsam zu vermitteln, auch gerade weil eben halt dieser Otto Braun in Deutschland praktisch überhaupt nicht bekannt ist und keiner weiß wie die deutsche Geschichte mit der chinesischen Geschichte verwoben ist.
00:23:02: Das geht alles noch viel weiter und also ich habe bei den Lesungen immer wieder Leute, die sich nicht beklagen darüber dass das nicht lustig ist.
00:23:15: Die Lesungen sind auch noch lustig genug aber die sehr überrascht sind was ich da über Otto Braun referiere der sei ja praktisch ein extrem abenteuerliche Figur schon in der Weimarer Republik Kommando-Aktion für die Kommunisten geleitet hat.
00:23:39: Der war auch kriminelle Potenzial also
00:23:42: und dann von seiner blutjung geliebten aus Moabit hier in Berlin, befreit wurde.
00:23:51: Mit
00:23:51: Pistole!
00:23:52: Das ging dann auch international durch die Presse und so.
00:23:57: Total verrückte Sachen, die er gemacht hat.
00:24:00: Und ja das führt jetzt soweit dass ich überlege seine Biografie zu schreiben weil eben halt dessen Leben so wahnsinnig interessant ist.
00:24:12: Dazu kommt, dass ich jetzt seine Tochter kennengelernt habe.
00:24:16: Die mir exklusives Material noch gegeben
00:24:20: hat über hier... Sie dann wahrscheinlich in deinem Alter ist?
00:24:23: Die ist sogar jünger!
00:24:25: Es ist nicht die leibliche Tochter.
00:24:27: Es ist die Tochter, die die letzte Frau von Otto Braun mit in die Ehe gebracht hat.
00:24:36: Ein großer Womanizer kommt auch in den Buch vor, der war in den sieben Jahren, in denen er China war mit zwei chinesischen Frauen verheiratet.
00:24:46: Insgesamt, wenn ich richtig gezählt habe... Ungezählte
00:24:49: Kinder!
00:24:50: ...war er sieben Mal verheiralt und die letzte Frau... Wie er in der Jahre, wie er in den Jahren,
00:25:04: war noch immer viel
00:25:13: leid.
00:25:19: doch auf der einen Seite recht dröger Kader gewesen, aber auf der anderen Seite hatte er offensichtlich nichts anbrennen lassen und war auch so ein Genussmensch hat unglaublich viel geraucht.
00:25:34: Das hat irgendwie noch mit Mao verbunden.
00:25:36: beide waren eher starke Raucher und er ist eben halt in China sehr bekannt einer der bekanntesten Ausländer überhaupt in China.
00:25:50: Ich habe jetzt gerade eine Magisterarbeit von einem Wiener Srinologen bekommen, der sich mal die Auftritte von Otto Braun also von Schauspielern dargestellt im chinesischen Film-Spielfilm und Fernsehserien angeguckt hat.
00:26:10: Der kommt auf zwanzig Mal dass er in irgendwelchen Serien- und Spielfilmen eine Rolle gespielt hat seit den achtziger Jahren.
00:26:22: Und ist damit der am meisten dargestellte Ausländer im chinesischen Medien?
00:26:30: Und
00:26:31: kein Deutscher kennt ihn, ne?
00:26:33: Und praktisch kein Deutscha kennt ihn!
00:26:35: Also in China ist er als Lide bekannt also LIDE Deutsche Und hier kennt in Deutschland praktisch keiner und das will ich eben halt auch mit diesem Buch ändern.
00:26:53: Aber es geht nicht nur um Otto Braun, also ist es nicht nur eine Geschichtsstunde sondern es ist eben auch eine Fahrradtour mit vielen Begeben.
00:27:04: In allen
00:27:05: Hoch- und Tiefs die man auf solchen Abteuern hat?
00:27:08: Ja!
00:27:09: Das kann man sagen... Mit vielen Begegnungen auch mit Menschen.
00:27:13: Wir haben viele Gespräche mit Chinesen, das ist ja eine ziemlich abgelegene Gegend geführt.
00:27:22: Also nicht nur Handchinesen sind es viele Angehörige von Minderheiten die wir getroffen haben.
00:27:26: Ja Uiguren habt ihr auch getroffen und zuhoben?
00:27:29: Vorker hat ein Uighuren getroffen beim Fahrrad reparieren.
00:27:34: ansonsten sind wir nicht durch... sind ja angefahren, also nicht durch hauptsächlich urgurische Siedlungsgebiete.
00:27:41: Aber wir sind durch Hohegebiete gefahren.
00:27:44: Also da ist die zweite große muslimische Minderheit in China zuhause.
00:27:50: miau haben wir getroffen Dungi, also Völker von denen man in Deutschland zum größten Teil noch nichts gehört hat und ganz viel... Gespräche geführt, was besonders gut geht.
00:28:05: Mein chinesisch ist, obwohl ich siebzehn Jahre in Peking gelebt habe nach wie vor ziemlich schlecht.
00:28:12: Ich rade Breche eher nur aber Volker ist eben ein Synologe und kann sehr gut Chinesisch sprechen so dass wir halt auch viele Gespräche führen konnten.
00:28:23: Wenn du dir jetzt das Buch anguckst So geworden, wie du es dir vorgestellt hast oder anders.
00:28:28: Weil ich weiß, dass manchmal so ein Schreibprozess eine eigene Dynamik kriegt und am Ende was ganz anderes rauskommt als ich mir das vorgestellt habe.
00:28:35: Ja, das ist eigentlich immer so!
00:28:37: Das Buch im Kopf und das Buch, was dann nachher auf Papier steht, unterscheidet sich sehr... auch bei mir sehr viel streichen.
00:28:50: Also ich hatte gerade so auf dem Fahrrad hat man ja viel Zeit zum Nachdenken über das Fahrrad fahren, über das Leben an sich, über die Landschaften und über die Menschen.
00:29:02: da hatte in meinen Nozizen viel mehr drin dass rausfliegen musste weil das Buch eben halt nur eine gewisse Länge haben darf.
00:29:16: Also jetzt ist es tatsächlich sehr kurzweilig und schnell geworden, trotz der dreihundert und siebzig Seiten die es hat.
00:29:27: ja aber es sind viele Notizen nicht mit eingeflossen, viele Betrachtung nicht ein mit einge flossen.
00:29:40: Eigentlich könnte ich da noch mal ein zweites Buch drüber machen.
00:29:44: Die Frage ist, ob das eben halt jemand lesen will?
00:29:47: Tatsächlich Bücher sind immer best of und es braucht eben auch eine Zeit um so etwas in Form zu bringen.
00:29:58: Man braucht auch immer einen gewissen Abstand
00:30:01: dazu.
00:30:01: Unbedingt zeitlichen Abstand ja.
00:30:03: Sonst wird's eben halt so ne Tagebuch Erzählung, die man selber interessant findet.
00:30:10: Aber der Leser hat nichts anfangen kann.
00:30:13: oder die Leserin?
00:30:15: Also es ist immer ein Kampf!
00:30:18: Ja
00:30:18: auf jeden Fall.
00:30:19: Sag mal jetzt bist du relativ bekannt also zumindest in meinen Kreisen und natürlich auch in den Kreisen der Verlage.
00:30:26: Findest Du immer einen Verlag?
00:30:29: Bisher schon.
00:30:32: Also toi toi toi.
00:30:33: das wird natürlich auch immer komplizierter.
00:30:37: Also ich habe jetzt gerade gestern mit einem Verleger gesprochen, der interessiert ist an der Otto-Braun-Biografie.
00:30:45: Das ist ja auch nicht selbstverständlich, es ist eine relativ schwierige Persönlichkeit im halt Linietreuer Kommunist bis zum Schluss geblieben.
00:30:57: Das wirkt wahrscheinlich auch der Grund, weswegen es keine Biographie von ihm gibt.
00:31:03: Ja also... Bücher verkaufen sich immer schlechter.
00:31:08: Ich weiß zum Beispiel, dass mein vorhergehendes Reisebuch allein unter eins Komma drei Milliarden das eine Reise nicht auf dem Fahrrad sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dann durch Tibet mit dem Jeep von Shanghai bis Kathmandu mit Abstechern zum Everest Base Camp
00:31:26: usw.,
00:31:28: dass das in dem Zeitraum wie der Lange Fahrrad Marsch jetzt ungefähr ein halbes Jahr draußen deutlich mehr verkauft hatte als der Langer Fahrrad-Marsch.
00:31:43: Weil das eben halt, äh... ...zweitausend acht rausgekommen ist und nicht zweitausendsächsenszwanzig.
00:31:49: die Leute lesen tatsächlich immer weniger Bücher kaufen immer weniger bücher was sich natürlich dann auch darauf auswirkt ob man einen Verlag findet.
00:32:00: viele verlage
00:32:01: absolut
00:32:02: Winken ab und sagen, überhaupt nicht interessiert kann.
00:32:06: Ja ich kenne das Problem.
00:32:07: Ich habe meine letzten beiden Projekte die ich vor hatte wurden auch abgeschmettert und auch obwohl ich zehn Bücher mittlerweile geschrieben habe und einige davon halbwegs erfolgreich ist es eine schwierige Zeit und ich weiß da auch keinen Ausweg im Moment.
00:32:19: Ne und wird eben halt auch immer schwieriger?
00:32:24: diese Reisebücher, also wo tatsächlich ein Mensch rausgeht und etwas erlebt das die bleiben werden trotz Kai.
00:32:34: Also ich habe jetzt mit einigen Verlegern gesprochen im Zuge dieses neuen Buchprojekt Und alle sagen eben halt gerade auch Die ganze Geisteswissenschaft sich neu erfinden muss, weil die Rezensionen zu den Büchern.
00:33:01: Das kann inzwischen schon die KI schreiben und demnächst werden wir wahrscheinlich immer mehr Romane haben, die von der KI geschrieben werden.
00:33:13: Was die KI nicht machen kann ist ... Ja, eben halt aufs Fahrrad setzen und sieben Tausend Kilometer durch China fahren.
00:33:22: Das könnte den Roboter natürlich machen und kombiniert mit einer KI als Gehirn und das alles aufschreiben nur würde das glaube ich keinen Menschen interessieren.
00:33:34: Vielleicht das erste Roboterbuch würde noch ganz gut laufen aber ich glaub dass ist tatsächlich eine der Lücken, die wir noch haben.
00:33:46: Also Reiseabenteuer überhaupt alles was mit Abenteuer verbunden ist.
00:33:53: Darum wundert es mich dass du da keinen Verlag gefunden hast.
00:33:59: Was natürlich aussterben wird sind Reiseführer auf Papier.
00:34:07: ich glaube da ist Deutschland tatsächlich das Letzte Land, wo das immer noch geht.
00:34:11: Also weil Deutschland immer so was Internet angeht ein bisschen hinterherhängt.
00:34:19: In China kauft keiner mehr einen gedruckten Reise für.
00:34:23: Ja kann ich verstehen.
00:34:24: Nee ich hatte zum Beispiel ein Projekt.
00:34:25: Ich wollte den Weg meines Großvaters von Detmold nach Verdern nachgehen im ersten Weltkrieg und dann eben eine Geschichte erzählen jetzt auch im Zuge der Ukraine wie diese Generation damals drauf war.
00:34:37: Am Beispiel meines Großvaters, wo es ein paar Dokumente noch gibt ... bin ich nicht losgeworden.
00:34:42: Ich bin zehn Jahre lang
00:34:43: los geworden!
00:34:43: Ja das glaub' ich auch.
00:34:44: Eigentlich eine tolle Idee.
00:34:46: Ja ist schwierig.
00:34:47: Ihr schreibt am Ende da kam die Idee von Volker deinem Wegbegleiter Die Route der Colonne Prestesch nochmal nachzugehen.
00:34:54: also das sind irgendwie fünfundzwanzigtausend Kilometer der brasilianischen Kommunisten, die durch Südamerika quasi gewandert sind.
00:35:03: was ist denn daraus geworden?
00:35:05: Ja, das war eher ein Schlussgeg den ich tatsächlich Volker untergeschoben habe.
00:35:16: Eben halt auch um nochmal auf die Verbindung... zu Olga Benario hinzuweisen.
00:35:22: Olga Benaria war die Geliebte, die Otto Braun mit Waffengewalter aus Bonn-Bied befreit hat und die zusammen mit ihm nach Moskau geflohen ist.
00:35:32: Und sie auch eine wahnsinns interessante Biografie hatte.
00:35:37: Leider tragisch geendet ist, die hat sich da in der Sowjetunion im Moskau zu einer Leibwächterin ausbilden lassen und war dann die Leibwechterin von Luis Carlos Prestes, der Führer der brasilianischen Kommunisten war.
00:35:54: Ist mit dem nach Brasilien gegangen, wollte da die Revolution organisieren.
00:36:01: Die sind gescheitert, sie ist verhaftet worden.
00:36:03: er ist auch verhaftete worden Und sie ist dann nach Deutschland, nach Nazi-Deutschland ausgeliefert worden und als jüdische Kommunistin umgebracht worden von den Nazis.
00:36:17: Dieser Carlos Prestes hat eben halt vorher, ich bin auch erst durch die Recherchen zu Olga Minario und Otto Braun da drauf gestoßen mit dem brasilianischen Kommunisten einen langen Marsch von dem ich überhaupt noch nichts gehört hatte, veranstaltet in Brasilien.
00:36:38: Der sich eben hat über twenty-fünftausend Kilometer hinzog.
00:36:43: und ja, Volker kann das mal nicht wegen gerne machen.
00:36:48: Ohne dich!
00:36:49: Aber ohne mich.
00:36:50: also für mich ist es tatsächlich wenn mir nicht einer ganz viel Geld bietet oder die Verfilmung gleich mitverkauft dann würde ich es eventuell machen.
00:37:04: Das war eben halt auch ein Plan, am Anfang einen Filmteam damit zu involvieren bei unserer Tour auf den Spuren von Otto Braun.
00:37:14: und lang ist erstens in China schwierig.
00:37:18: das wäre eine andere Tour natürlich geworden weil eben halt Team, sich hätte akkreditieren müssen und dann hätten die offiziellen Bescheid gewusst.
00:37:28: Und dann wären wir praktisch die ganze Zeit so embedded gereist.
00:37:33: Das wäre nicht so abenteuerlich gewesen wie die Reise, die wir gemacht hätten.
00:37:36: Aber man hätte vielmehr schöne Bilder haben können.
00:37:39: Man hat jetzt Bilder dilettantisch meistens von mir gefilmt auf YouTube.
00:37:45: das sind Clips unter dem Stichwort, soweit die Füße radeln abrufbar.
00:37:52: Das war der Arbeitstitel des Buches, der dann verworfen wurde.
00:37:58: Klar ist... Ja, der lange Fahrradmarsch ist gut!
00:38:00: Das passt.
00:38:01: In Anlehnung an den langen Marsch hat er verlagd nicht schlecht gemacht.
00:38:04: Ja ja, so weit die Füsse radeln ist eben halt eine Anspielung auf diese... weit die Füße tragen, sondern so ein Flüchtlingsdrama.
00:38:15: Das aber ich glaube eher nur noch unsere Generation kennt und kaum jemand junger was und die sollen ja das Buch
00:38:25: auch kaufen!
00:38:27: Christian vielen Dank ehrlich also für viele Lacher in meinem Leben seit Studentenzeiten und auch für dieses Buch hat mir unglaubliche Freude gemacht.
00:38:35: Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit dem langen Fradenmarsch.
00:38:38: Ja, ich habe mich wirklich sehr gefreut und hier sein zu können.
00:38:43: Ich könnte natürlich noch stundenlang weitererzählen.
00:38:46: Ich empfehle allen zu den Lesungen aus dem langen Fahrradmarsch zu kommen.
00:38:52: Ich werde am dreißigsten in Hamburg sein und gegen die Fußball-Weltmeisterschaft anlesen.
00:38:58: Es wird schwierig.
00:38:59: Morgen bin ich in Selters in Hessen aber dann ist dieser ... Podcast wahrscheinlich noch nicht ausgestrahlt worden.
00:39:08: Ja, egal es geht jedenfalls weiter im Herbst und dann erzähle ich noch viel mehr.
00:39:15: Wo findet man dich?
00:39:17: Man findet mich auf Facebook und da gebe ich natürlich auch die Lesung bekannt eigentlich in allen sozialen Medien hier im Facebook für die älteren Gründe also meine Generation Insta.
00:39:34: Die Videos sind auf YouTube, ich bin auf LinkedIn und sogar TikTok.
00:39:39: Wobei ich an meiner TikTok-Karriere noch ein bisschen feilen muss!
00:39:44: Meine hat noch nicht gestartet.
00:39:46: Aber ich verlinke das auch alles in den Shownotes.
00:39:49: Dann könnt ihr da draußen Christian Y. Schmidt sehen.
00:39:51: Christian, danke!
00:39:53: Ja, hat mich sehr gefreut.
00:39:56: Das war von Meilen & Zeilen.
00:39:58: Abenteuer Literatur.
00:40:00: Wenn es euch gefallen hat, checkt die Shownoten.
00:40:03: Hier könnt ihr den Podcast unterstützen.
00:40:05: Für nur einen Kappuccino
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